Cottbus/Mosambik, 07.04.2019, von Maximilian Beyer

Zyklon „Idai“: Cottbuser THW-Helferin auf dem Weg zu ihrem ersten Auslandseinsatz in Mosambik

Seit Samstagmittag befindet sich die Cottbuser THW-Helferin Dr. Annika Badorreck auf dem Weg nach Mosambik, das von einem schweren Zyklon verwüstet wurde. Sie wird dort als „Laboratory Expert“ in der Schnell-Einsatz-Einheit Wasser Ausland (SEEWA) des THW für sauberes Trinkwasser sorgen. Es ist ihr erster Auslandseinsatz.

Als Trinkwasserlaborantin der der Schnell-Einsatz-Einheit Wasser Ausland (SEEWA) des THW wird die Cottbuser THW-Helferin Dr. Annika Badorreck in den nächsten Wochen in Mosambik helfen. Foto: THW/Maik Rädisch

Das Technische Hilfswerk befindet sich seit dem 22. März mit aktuell 18 Einsatzkräften der SEEWA in Mosambik, die nun nach und nach abgelöst werden. Zyklon „Idai“ traf am 14. März mit bis zu 190 Kilometern pro Stunde in Südostafrika auf Land und richtete große Zerstörungen an. Die Regierung von Mosambik hatte den Notstand ausgerufen und ein internationales Hilfeersuchen gestellt.


Rund 12.000 Menschen leben in der Region Nhangau, die nach dem Zyklon „Idai“ schwer getroffen wurde. Sie alle benötigen nun täglich frisches Wasser. Dafür hat das THW bereits eine Trinkwasseraufbereitungsanlage in Betrieb genommen, mit der stündlich bis zu 5.000 Liter sauberes Wasser produziert werden können. Darüber hinaus setzt das Team der SEEWA einen Wassertruck ein, mit dem es das aufbereitete Wasser in die verschiedenen Ortschaften der Region transportiert. Weiter analysieren die Fachkräfte im eigenen Labor die Wasserqualität für im Land befindliche Organisationen und in Camps für Binnenvertriebene.


Als Trinkwasserlaborantin in der SEEWA werden dies auch die Aufgaben von Annika sein. Dr. Annika Badorreck ist akademische Mitarbeiterin am Forschungszentrum Landschaftsentwicklung und Bergbaulandschaften (FZLB) der BTU Cottbus-Senftenberg. Die Agrarwissenschaftlerin beschäftigt sich dort mit Ökosystemforschung und der Hydrologie in Bergbaufolgelandschaften.


Die fachliche Nähe erleichterte ihr den Einstieg als „Laboratory Expert“ in der SEEWA.: „Ich habe beruflich mit Hydrologie und Umweltchemie zu tun. Dazu gehören auch Umweltanalysen wie zum Beispiel Wasserproben. Die Laborerfahrung hilft mir definitiv bei meiner Tätigkeit in der SEEWA.“


Für die Dauer ihres Einsatzes ist Annika von ihrer Arbeit gemäß dem THW-Gesetz freigestellt: „Ich bin sehr dankbar, dass mich die Kollegen sehr unterstützt haben und einen Teil meiner Arbeit übernehmen.“


Annika kam 2014 zum THW um „etwas sinnvolles zu tun und zu helfen. Ich wollte aber auch von Anfang an ins Ausland“, gesteht sie. Im Ortsverband Cottbus ist sie Helferin in der ersten Bergungsgruppe. „Mir gefällt, dass man mit Technik arbeitet und einen Ausgleich zum Bürojob hat.“


Bevor die ehrenamtliche THW-Helferin ins Auslandsteam des THW aufgenommen wurde, musste sie in den letzten Jahren einige spezielle Auslands-Lehrgänge an den THW-Ausbildungszentren belegen. Darüber hinaus nimmt sie regelmäßig an den Übungen der SEEWA teil. „Ich fühle mich gut vorbereitet und motiviert,“ versichert sie.


Voraussichtlich Anfang Mai wird sie zurück in Deutschland sein und sicher jede Menge zu berichten haben. Wir wünschen ihr gutes Gelingen.


  • Als Trinkwasserlaborantin der der Schnell-Einsatz-Einheit Wasser Ausland (SEEWA) des THW wird die Cottbuser THW-Helferin Dr. Annika Badorreck in den nächsten Wochen in Mosambik helfen. Foto: THW/Maik Rädisch

  • Annika am GKW 1 im Ortsverband Cottbus. Foto: THW/Annika Badorreck

  • Die SEEWA-Kräfte verteilen Trinkwasser an Einheimische. Foto: THW/Jörg Eger

  • In dem Trinkwasserlabor überwacht eine SEEWA-Laborkraft die Trinkwasserqualität. Foto: THW/Jörg Eger

  • Mit Trinkwasseraufbereitungsanlagen (TWAA) produzieren die THW-Trinkwasserspezialisten in der vom Zyklon schwer getroffenen Region Nhangau sauberes Trinkwasser für die Bevölkerung. Foto: THW

  • Der Berliner SEEWA-Teamleader Andreas Balke in Nhangau am Wassertruck. Ein einheimischer Fahrer bringt mit dem Truck das Wasser auf einer festen Route in die sechs Dörfer der Region. Quelle: THW/Matthias Voigt

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