04.10.2010

Hochwasser Schwarze Elster: Sinkende Pegel mit anhaltendem Druck auf die Deiche

Landkreise Wittenberg und Elbe-Elster. Trotz leicht fallender Pegelstände der Schwarzen Elster ist die Lage im Hochwassergebiet der Landkreise Wittenberg und Elbe-Elster weiterhin angespannt.

Die Deiche sind aufgeweicht und müssen einem hohen Druck stand halten. Aus überschwemmten Gebieten drückt das Wasser zurück in den Fluss. Schöpfwerke drohten wegen steigender Pegel auszusetzen. Viele Schadstellen an den Deichen müssen gesichert, stabilisiert und Notdeiche erhöht werden. Seit einer Woche unterstützen THW-Helfer die Kräfte vor Ort. Mehr als 320 THW-Helfer aus 37 Ortsverbänden halfen am Wochenende an den Einsatzorten. THW-Fachberater halten die Verbindung zwischen den Katastrophenschutzstäben der Landkreise und den THW-Kräften vor Ort.

Das THW leitet mit den Fachgruppen Führung/ Kommunikation aus Potsdam/ Frankfurt (Oder) und Halle (Saale) an den Standorten Herzberg und Klossa eigene Untereinsatzabschnitte. Alle Fachgruppen Wasserschaden/Pumpen (WP) aus dem Bereich Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt wurden in den Einsatz gebracht. Um deren Pumpleistung an den Einsatzschwerpunkten zu verstärken, wurden zusätzliche Kräfte aus anderen Landesverbänden angefordert. Es galt Schöpfwerke in Herzberg, Klossa und Schweinitz zu verstärken, um die Orte vor der Überschwemmung zu schützen. Eine Sandsackstation in Premsendorf wurde mit THW-Kräften unterstützt.

Besonders kritisch ist die Situation nach wie vor im Landkreis Wittenberg. Die Deichbruchstelle Meuselko konnte bisher noch nicht geschlossen werden. Am Schöpfwerk in Schweinitz konnten die Fachgruppen Wasserschaden/ Pumpen aus Neuruppin, Treptow-Köpenick und Stade mit zwei 5000-Liter-Pumpen und einer nachgeforderten 15.000-Liter-Pumpe verhindern, dass der Ort überschwemmt wurde. Infolge steigender Pegelstände drohte das Schöpfwerk auszusetzen.

Am Schöpfwerk bei Klossa pumpten THW-Helfer das Wasser hinter dem Notdeich in die Schwarze Elster zurück, wodurch das Schöpfwerk nicht abgeschaltet werden musste. Einsatzkräfte der Feuerwehren, des THW, der Polizei, der Bundeswehr und Einwohner hatten den Notdeich rund um das Dorf errichtet. THW-Kräfte aus den Ortsverbänden Halberstadt, Rudolstadt, Senftenberg, Lübben, Rathenow und Dinslaken sorgten mit zwei 15.000-Liter-Großpumpen und drei 5.000-Liter-Pumpen sowie mehreren Tauchpumpen dafür, dass der Pegel am Schöpfwerk gehalten werden konnte. Die Fachgruppe Beleuchtung aus Berlin Reinickendorf leuchtete die Einsatzstelle aus. An einer weiteren Einsatzstelle bei Hemsendorf pumpen Kräfte aus Halberstadt. Nach Grabow wurde die WP-Gruppe aus Treptow-Köpenick umgesetzt, verstärkt durch eine 15.000-Liter-Pumpe aus Detmold. Strom liefern Helfer dort aus Seelow mit ihrer Netzersatzanlage.

An den Abschnitten im Bereich Premsendorf und östlich der Bahnlinie wird weiter an der Stabilisierung der Deiche gearbeitet. Hier kamen am Sonntag an der Sandsackstation in Premsendorf THW-Helfer der Ortsverbände Weißenfels, Naumburg, Dessau, Halle (Saale), Merseburg-Querfurt und Sangerhausen unterstützend zum Einsatz. Die Kräfte wurden nach Anforderung des Landkreises hierher umgesetzt, einen Tag zuvor hatten sie eine lang geplante Übung bei Rosslau durchgeführt. 
Die Technische Einsatzleitung in Wittenberg wurde durch Helfer der Fachgruppe Führung/ Kommunikation aus Magdeburg verstärkt, Helfer aus Eberswalde sind für Transportaufgaben eingesetzt.

Im Landkreis Elbe-Elster wurde der Katastrophenalarm inzwischen auf Stufe zwei bis drei zurück gesetzt, die Lage bleibt jedoch auch hier besonders in Herzberg noch angespannt. An 16 Einsatzabschnitten entlang der Schwarzen Elster sicherte das THW Deiche mit Sandsäcken und betreibt weiterhin Hochleistungspumpen, um öffentliche Einrichtungen zu schützen sowie Rettungswege zu sichern. Die Helfer aus Fürstenwalde sind bei Frauenhorst mit dem Mehrzweckarbeitsboot unterwegs, um auf dem Fluss Treibgut einzusammeln.  Fünf Beleuchtungsgruppen sorgen auch bei Dunkelheit dafür, das rund um die Uhr weiter gearbeitet werden kann. Mit Netzersatzanlagen wurde die Stromversorgung für ein Altenpflegeheim gesichert. Die Fachgruppen WP aus Charlottenburg-Wilmersdorf und Lübben sind vor Ort, verstärkt duch WP-Gruppen aus Aue-Schwarzenberg und Bautzen. Auch die Bergungsgruppen aus Herzberg, Luckenwalde, Potsdam und Cottbus sind in Herzberg im Einsatz. Es wird im Schichtdienst gearbeitet, weitere Kräfte aus den Ortsverbänden Bad Belzig, Berlin Lichtenberg und Tempelhof-Schöneberg sowie aus Brandenburg an der Havel stehen zur Ablösung im Bereitschaftsraum zur Verfügung.

 

Bericht: Länderverband Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt


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